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AGEM

Willkom­men bei der Arbeits­ge­mein­schaft Eth­nolo­gie und Medi­zin (AGEM)
Die AGEM ist ein 1970 gegrün­de­ter gemein­nütziger Vere­in mit dem Ziel, die Zusam­me­nar­beit zwis­chen der Medi­zin, den angren­zen­den Natur­wis­senschaften und den Kultur‑, Geistes- und Sozial­wis­senschaften zu fördern und dadurch das Studi­um des inter­diszi­plinären Arbeits­felds Eth­nolo­gie und Medi­zin zu intensivieren.

Was wir tun

  1. Her­aus­gabe der Zeitschrift Curare
  2. Durch­führung von Tagungen
  3. Doku­men­ta­tion von Lit­er­atur und Informationen

Curare
Zeitschrift für Medizinethnologie

aktuelle Aus­gabe | Archiv aller Aus­gaben | Call for Papers

Veranstaltungen

16. Sep. – 06. Dez. 2026

Anja Dreschke & Michaela Schäuble: SANTU PAULU MEU FALLA GUARIRE

Ausstel­lung

Instal­la­tion im Rah­men der Austel­lung „return” im Raut­en­strauch-Joest-Muse­um, Köln

SANTU PAULU MEU FALLA GUARIRE
2‑Kanal-Videoin­stal­la­tion, 2024, 14 Min.
von Anja Dreschke & Michaela Schäuble

Ausstel­lung RETURN | 17.09. – 6.12.2026
Raut­en­strauch-Joest-Muse­um Köln – Kul­turen der Welt
Cäcilien­straße 29–33
50667 Köln

San­tu Paulu wird im apulis­chen Dialekt der Heilige Paulus genan­nt. Er ist der Schutz­pa­tron all der­er, die von Gift­tieren wie Spin­nen, Sko­r­pi­o­nen und Schlangen gebis­sen wurden.Im südi­tal­ienis­chen katholis­chen Volks­glauben wird der Heilige in Liedern ange­fle­ht, diejeni­gen zu heilen, die sich «wie von der Taran­tel gestochen» gebärde­ten. Der südi­tal­ienis­che Taran­tismus ist ein kul­turelles Phänomen, das von Medi­zin­ern im Mit­te­lal­ter auch als ›Tanzwut‹ oder ›Chore­o­manie‹ beze­ich­net wurde. Betrof­fen waren zumeist Frauen, deren Anfälle und Ekstasen auf den Biss ein­er Gift­spinne zurück­ge­führt wur­den. Heilung ver­sprach die Pizzi­ca (von pizzi­care, jmd. zwick­en), ein ursprünglich ther­a­peutis­ch­er Taran­tel­la-Tanz, bei der die Betrof­fe­nen auf bes­timmte Melo­di­en, Rhyth­men, aber auch auf Far­ben reagierten und oft tage­lang bis zur kom­plet­ten Erschöp­fung tanzen mussten. Im 17. Jahrhun­dert, als die Erforschung des Phänomens einen Höhep­unkt erre­ichte, wurde der Taran­tismus gemein­hin als chorea imag­i­na­tive („imag­i­na­tiv­er Tanz”) oder chorea las­ci­va („spielerisch­er Tanz”) beze­ich­net und auf­grund sein­er Nähe zu dion­y­sis­chen Kul­ten mit Hex­erei in Verbindung gebracht. Bere­its in den früh­esten Quellen wurde die Taran­tel­la als Tanz der Begeis­terten und Besesse­nen beschrieben und als emo­tionaler, verkör­pert­er Aus­druck von Erre­gungs- und Ekstasezustän­den (Manie) gese­hen. Seit den 1950er Jahren gibt es zahlre­iche Film‑, Foto- und Tonauf­nah­men des Phänomens. Heute wird der Taran­tismus, der die Betrof­fe­nen einst stig­ma­tisierte, umgedeutet und öffentlich aufge­führt. Pizzi­ca-Musik und Taran­tel­la-Tänze sind als Teil der lokalen Folk­lore Apuliens zu ein­er wichti­gen kul­turellen und ökonomis­chen Ressource gewor­den: als Touris­ten­spek­takel, als imma­terielles Kul­turerbe und nicht zulet­zt als Strate­gie zur Bewäl­ti­gung indi­vidu­eller und kollek­tiv­er Krisen. Die Instal­la­tion basiert auf der mehrjähri­gen kün­st­lerisch-ethno­grafis­chen Feld­forschung von Anja Dreschke und Michaela Schäu­ble, die auf den Spuren des Taran­tismus Südi­tal­ien bereist und in Archiv­en recher­chiert haben. Sie ist Teil des kol­lab­o­ra­tiv­en Forschung­spro­jek­tes TARANTISM REVISITED.

Mehr Infos zu der Ausstel­lung: https://r‑e-t-u-r‑n.net/en

Perma­link

30. Nov. 2026

Public Health After the Pandemic: Unpacking (Bio-)Moralities

Call for Papers

Inter­na­tion­al Work­shop, Vienna

CfP for the work­shop “Pub­lic Health After the Pan­dem­ic: Unpack­ing (Bio-)Moralities”
April 1–2, 2027

Health Mat­ters Research Group | Med­ical Anthro­pol­o­gy & Glob­al Health
Depart­ment of Social and Cul­tur­al Anthropology
Uni­ver­si­ty of Vienna

The call for abstracts is open until Novem­ber 30, 2026. Sub­mit your abstracts, and feel free to cir­cu­late the call!

Approx­i­mate­ly five years after the declared end of the COVID-19 pan­dem­ic, this inter­na­tion­al work­shop opens a space to reflect on the (bio-)moralities sus­tain­ing pub­lic health. The pan­dem­ic changed pub­lic health and how we engage with it, leav­ing traces that did not dis­ap­pear with the end of the emer­gency dec­la­ra­tion. We invite con­tri­bu­tions that engage with the assump­tions, val­u­a­tions, and jus­ti­fi­ca­tions through which pub­lic health prob­lems and their tar­get pop­u­la­tions are defined, imag­ined, and gov­erned, and that explore whose lives and which forms of life pub­lic health comes to care for.

We wel­come con­tri­bu­tions unpack­ing pub­lic health moral­i­ties along three inter­re­lat­ed axes:

- Tem­po­ral­i­ties — how pub­lic health moral­i­ties shape which pasts are remem­bered, which lives are cared for in the present, and which futures are imag­ined and pre­pared for.

- Geo­gra­phies — how pub­lic health moral­i­ties sus­tain or con­test unequal val­u­a­tions of lives across local, region­al, nation­al, glob­al, and plan­e­tary scales.

- Tech­nolo­gies and Infra­struc­tures — how pub­lic health moral­i­ties are mate­ri­al­ized in tech­nolo­gies and infrastructures.

We wel­come con­tri­bu­tions from anthro­pol­o­gy, sci­ence and tech­nol­o­gy stud­ies, polit­i­cal sci­ence, pub­lic health ethics, glob­al health, and adja­cent fields, engag­ing empir­i­cal­ly, con­cep­tu­al­ly, or method­olog­i­cal­ly with these themes.

Sub­mis­sion: Abstracts of up to 250 words and a short biog­ra­phy (up to 100 words), by Novem­ber 30, 2026, to biomoralities@kl.ac.at. Noti­fi­ca­tions by Decem­ber 15, 2026. 

Accept­ed par­tic­i­pants will cir­cu­late an extend­ed abstract (1,500–3,000 words) by March 12, 2027.

Read the extend­ed call in the attach­ment and stay up to date on the work­shop: https://www.kl.ac.at/en/university/faculties/department-biomedical-and-public-health-ethics/projects/testing-biogovernance

Orga­nized by the „Test­ing (Bio-)Governance” project (Aus­tri­an Sci­ence Fund/FWF): Mara Köh­ler, Paul Just, Ingrid Met­zler (KLU Krems); Erik Aar­den, Jana Kun­schitz, Vic­to­ria Mek­lin (Uni­ver­si­ty of Kla­gen­furt); Keerthi Dub­bala, Julia Aschauer-Geg­n­er (Dept. of Bio­med­ical Ethics and Pub­lic Health Ethics, KLU Krems); Katha­ri­na T. Paul (Polit­i­cal Sci­ence, Uni­ver­si­ty of Vienna).

Perma­link

04. Dez. – 05. Dez. 2026

Situierte Entscheidungen im Kontext von Gesundheit und Krankheit

Work­shop

Ein­ladung der Kom­mis­sion für Medi­z­inan­thro­polo­gie der DGEKW

Ein­ladung zum Adventstr­e­f­fen „Situ­ierte Entschei­dun­gen im Kon­text von Gesund­heit und Krankheit”
Kom­mis­sion für Medi­z­inan­thro­polo­gie der DGEKW
Do, 04. und Fr, 05. Dezem­ber 2025
Tech­nis­che Uni­ver­sität Berlin
March­straße 23, Raum 3.048

Im Fokus ste­hen medi­zinis­che Entschei­dun­gen, wie sie im Zusam­men­spiel mit sozialen, kul­turellen, poli­tis­chen und tech­nol­o­gis­chen Bedin­gun­gen entste­hen – oft über­raschend, wider­sprüch­lich oder kreativ. Die Beiträge loten das Ver­hält­nis aus – the­o­retisch, empirisch, konzep­tionell und method­isch. Das aus­führliche Pro­gramm find­en Sie unten

Während des Adventstr­e­f­fen ist auch ein Kom­mis­sion­str­e­f­fen geplant. Die Ver­anstal­tung find­et auss­chließlich in Präsenz statt. Tagungssprache ist Deutsch. Es wer­den keine Anmelde- oder Tagungs­ge­bühren erhoben. Soll­ten Sie darüber hin­aus an ein­er Ver­net­zung inter­essiert sein oder im Jour­nal-Club der Kom­mis­sion mitwirken wollen, der sich an ver­schiede­nen Ter­mi­nen im Semes­ter trifft, melden Sie sich gerne bei uns.Bei Inter­esse melden Sie sich bitte bis zum 24. Okto­ber 2025 an unter entscheidungen@protonmail.com.

Perma­link


21.–22.11.2025 | AGEM-Tagung 2025 | Zukunftswerkstatt: Die nächsten zehn Jahre Anthropos-Institut, St. Augustin

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